Freitag, 21. Oktober 2016

Die neue Sarah Baker



Blake stellte die letzte Kiste auf den kleinen Tresen der als Küche in meinem neuen Appartement diente. Die Kolben und Gläser darin klirrten leise. „Das war die letzte Miss Mit…Miss Baker“ sagte er. Ich sah ihn an und plötzlich überwältigte mich die Trauer. Mister Blake schien für mich zum großen Symbol meines alten Lebens geworden zu sein, die letzte Bastion die Stella Mitchell noch verteidigt hatte. Nun war es Zeit auch diese Bastion aufzugeben. Stella Mitchell würde einfach verschwinden und nie wieder irgendwo auftauchen. Mein Loft in Hamburg, der Toyota BMW-Dienstwagen, mein Labor und die zwei mal drei Wochen Urlaub in Frankreich oder Hawaii. Das alles war von jetzt an Vergangenheit. Das einzige Bindeglied dass es noch gab war Blake.

Ich hatte Eric Blake vor zwei Jahren kennen gelernt, als ich zur ICBMB, der angesagteste Konfrenz der Biochemiker und Molekularbiologen nach Seattle eingeladen gewesen war. Die Konferenz hatte vier Tage gedauert und Blake war mir von Bicson Biomedical einer Tochterfirma von Cross Applied Technology zugeteilt worden.
Nachdem eine AR-Sitzung ausgefallen war und ich eine erfolgreiche Präsentation zu feiern gehabt hatte, waren wir im Eye of the Needle gelandet, einem wirklich guten Restaurant in der Kuppel der Spaceneedle. Wir hatten einen tollen Tir-Wein getrunken und ein sündhaft teures Essen gehabt. Blake war ein absoluter Profi. Er begleitete mich, unterhielt sich mit mir und hatte doch den Anstand mir nicht an die Wäsche zu wollen. 

Nach dem ICBMB war es für mich steil bergauf gegangen. Zuerst war man bei Cross auf meine Arbeiten aufmerksam geworden und auch bei Evo, Horizon und Ares hatten sie mich auf den Schirm bekommen Ich bekam ein verdammt gutes Angebot von Leviathan Technical einem Entwickler für Cyber- und Bioware und Tochterunternehmen von Ares. Den Zuschlag bekam letztlich die Evo-Korporation ein Unternehmen das erstens zu den zehn größten Unternehmen der Welt gehörte und zweitens aus meiner Sicht die humansten Ideale verfolgte.
Ich wurde dort direkt als stellvertretende Supervisorin des Enticklungsrats für das Gebiet Europa eingestellt und wurde somit Aufsichtsrat bei Evo Synthetech, dem Entwicklungsmotor der Evo-Corporation. Ich bekam ein schickes Loft in Hamburg, lernte Deutsch und krämpelte die ärmel für Evo hoch.
Das wiederum passte meinem Chef, dem Leiter der Entwicklungsabteilung überhaupt nicht. Er war in dem Punkt etwas cleverer als ich, jedenfalls glaube ich das, obwohl ich es nicht beweisen kann. Irgendwann meldete sich die Rechnungsabteilung bei mir und wurde von zwei Mitarbeitern der Evo-Sicherheit begleitet. Es hieß es habe Unregelmäßigkeiten in meinem Resort gegeben, unklare Zahlungen müssten geprüft werden. Ich sei bis auf weiteres beurlaubt. Ich bekam ein Flugticket und drei Wochen Wellnesurlaub in Neuseeland verordnet damit ich niemandem in die Prüfung pfuschen konnte.
Ich war ganz klassisch abserviert worden. Eigentlich hätte ich es wissen müssen. Meine Arbeiten und Ideen waren nachhaltiger als alles was meine Kollegen zu bieten hatten, ich war der Shootingstar der Biowareforschung, da ich es geschafft hatte die Immunantworten durch autonome, polymorphe Oberflächenantigen Produktion soweit zu minimieren, dass die psychosystemische Stress für den Implantatempfänger deutlich reduziert wurde. Wahrscheinlich konnte man mit dieser Therapie, wenn man sie zur Anwendungsreife brachte die Gefahr von Cyberpsychosen deutlich reduzieren. Das alles war dermaßen bahnbrechend, dass mir ohne Übertreibung schon bald die Tore zu den ganz großen Schlüsselpositionen offen gestanden hätten nicht umsonst hatten sich mehrere Tripple-A-Konzerne um mich bemüht.


Wie auch immer mein Ex-Chef Lazerus Kazantsev erkannte sofort dass ich eine enorme Gefahr für seine Position darstellte und daher bin ich überzeugt dass er hinter der Untersuchung steckte. Ich war nicht vorbereitet gewesen und viel zu naiv an die Sache heran gegangen. Plötzlich ging es darum meine Freiheit zu retten. Veruntreuung von Firmengeldern war kein Kavaliersdelikt. Zumal es angeblich um eine Summe 1,3 Millionen neuen Yen ging. In Wahrheit hatte ich gerade mal zwanzigtausend Nuyen gespart.
Blake, der offenbar auch einige Kontakte zur Schattenszene hatte, organisierte mir davon eine Abstellkammer von Wohnung in Seattle, ein neues Comlink und vor allem eine SIN die von der Originalbesitzerin offensichtlich nicht mehr gebraucht wurde. Zuzüglich einiger Dinge die man zum täglichen Leben brauchen konnte, wie Klamotten, einer VR-Brille und einem Chemiebaukasten blieben mir nun genau 805 neue Yen, welche ich unter meinem neuen Namen Sarah-Josephine Baker ausgeben konnte.

Blake riss mich aus meinen Gedanken: „Was werden Sie jetzt anfangen Miss Baker?“ Es klang für mich ungewohnt das Miss Baker. Ich zuckte die Achseln: „Ich habe keine Ahnung Mr. Blake, aber ich denke dass einer halbwegs gebildeten Frau schon was einfallen wird.“ Ich lächelte und versuchte Zuversichtlich auszustrahlen über die ich allerdings aktuell nicht verfügte.
Er erwiederte dass Lächeln kurz und für einen Moment hatte ich das Gefühl von einem sorgenvollen Vater oder zumindest einem älteren Bruder gemustert zu werden bevor er mich auf meine erste College-Party gehen lässt. Einige Augenblicke sahen wir uns an. Dann sagte er: „Sie müssen vorsichtig sein, Miss Mitchell, das hier ist eigentlich keine Gegend für jemanden wie Sie. Sie sollten Sicherheitsvorkehrungen treffen und sich vielleicht eine Waffe anschaffen.“
Ich nickte: „Danke, Mr. Blake, ich werde mich vorsehen.“
Blake aber schien noch nicht am Ende seiner Ausführungen zu sein: „Tragen sie am besten etwas mit Kapuze. Schauen sie den Leuten auf der Straße nicht in die Augen, viele hier verstehen das als Provokation. Meiden Sie abgelegene und schlecht einsehbare Orte und halten Sie stets Ausschau nach Deckungsmöglichkeiten.“
Wohlgleich ich mich schon etwas vor der Gegend fürchtete fand ich es doch rührend wie Mr. Blake sich um mich sorgte. Darum hörte ich ihm so aufmerksam zu wie ich konnte, ich wollte nicht unhöflich sein. „Oh, und bleiben sie mit ihrer neuen SIN von der Innenstadt weg, die meisten ernsthaften Nachforschungen werden sie schnell enttarnen. Aber für die Metro und den Stuffer-Shack reicht es.“ Er lächelte abermals und ich bedankte mich. Wir verabschiedeten uns mit einer Umarmung. Ich war schon lange nicht mehr sein VIP den er beschützen musste. Ich war nur noch eine gute Bekannte mit der er einmal zu Abend gegessen hatte. Er schärfte mir noch einmal ein ihn die nächsten drei Monate nicht anzurufen damit man nicht die neue Anruferin in seinen Telefonprotokollen ausfindig machen und mit dem Zeitpunkt meines Verschwindens in Zusammenhang bringen konnte.
Nachdem Blake gegangen war machte ich mich daran meine Habseligkeiten auszupacken. Eine Reisetasche mit einigen Klamotten, mein Kommlink und einige Dinge die ich aus dem Labor hatte mitgehen lassen. Es reichte nicht um als echtes Labor durch zu gehen, aber vielleicht konnte ich ja irgendwelchen Kids Nachhilfe geben. Sie hätten in Biologie, Biochemie und Chemie wahrscheinlich in hundert Jahren keine bessere gefunden als mich.
Ich betrachtete meine neue Bleibe.  Es handelte sich um ein 25qm Appartement. Wer rein kam stand im Wohnzimmer und konnte sich entweder nach rechts dem Badezimmer zuwenden, oder quer durch das Wohnzimmer und dann rechts in die Küche gehen. Es gab keinen Balkon und im Wohnzimmer hatte gerade mal ein Schlafsofa Platz. Ich versuchte einige Male die wenigen Besitztümer die ich hatte so zu arrangieren dass es nicht ganz so trostlos aussah.

Irgendwann meldete sich mein Magen zu Wort. Ich hatte den ganzen Tag noch nichts gegessen.
Also zog ich meine Panzerkleidung an. Es handelte sich um eine auf Motorradleder getrimmte Jacke und eine ebensolche Hose und machte mich auf den Weg. Das Haus indem meine Wohnung lag war in der Pinestreet erbaut worden, einem Stadtteil mit dem Namen South Tacoma. Das Besondere an dem Viertel war dass sich niemand, dafür zu interessieren schien. Weder die Konzerne noch die Polizei, noch nicht einmal die Gangs. Zumindest behaupteten dass die Ergebnisse meiner kleinen Matrixrecherche. 

(Herangezogen wird Computer plus Logik plus Modifikatoren: Logik 6 plus 2 Zerebralbooster-Würfel, plus Computer 1 und Spezialisierung „Matrixsuche“ plus 2. Das macht in der Summe 11 Würfel gegen ein Limit von 8. Würfelergebnisse 1,1,1,2,3,3,3,3,4,5 und 6. Gerade mal 2 Erfolge, aber es genügt um grundlegende Informationen über die Gegend zu bekommen und rauszukriegen wo’s was zum Essen gibt.) 



Etwa einen Kilometer von meiner Wohnung weg gab es die Tacoma-Mall, einen alteingesessenen
Tempel der Konsumgesellschaft. Malls waren zwar irgendwie pervers, aber man konnte dort viel Zeit totschlagen. Also lenkte ich nach der Navigation meines Komlinks meinen Weg zu eben jener Mall. Ich lief dabei über die parallel zur Pine Street verlaufende Oakes Street. Diese war deutlich belebter als die Pine und bot daher ein höheres Maß an Sicherheit. Es war noch nicht sehr so spät und die meisten Läden hatten noch geöffnet. Beim Betreten der Mall hatte meine neue SIN ihren ersten Härtetest. Das Scannersystem der Mall erfasste das Komlink jedes Besuchers und glich es mit den zugänglichen Kaufdaten des Besitzers ab um ihm dann passende Werbung vor den Latz zu knallen. 

(Das Mall-System würfelt mit der doppelten Systemstufe, also 6 Würfeln gegen den Schwellenwert von 3, was der Stufe der gefälschten SIN entspricht. Es fallen 1,2,3 und 5,5,5! Also drei Erfolge. Das System meldet das irgendwas mit der Sin von Sarah-Josephine Baker nicht stimmt und empfiehlt eine genauere Überprüfung. Der Spielleiter legt jedoch fest, dass der das System betreuende Decker bereits im Feierabend ist. Vielleicht sieht er ja morgen den Eintrag des Systems in der Liste der besonderen Vorkommnisse und wird die SIN dieser Miss Baker noch mal genauer unter die Lupe nehmen, vielleicht ist es ihm aber auch egal solange heute Abend kein Notfall eintritt. Zunächst kann sich Sarah frei in der Mall bewegen.) 

Ich ließ mir etwas Zeit mich an die neue Situation zu gewöhnen. Die ursprüngliche Sarah Baker schien eine Sportskannone gewesen zu sein. Jedenfalls flashten jede Sekunde Werbungen für Turnschuhe, Tennisschläger und Homefitnessgeräte und Urban-Brawl-Tickets durch ihr Sichtfeld. Mit meinen Augen konfigurierte ich die Brille so, dass Werbung vorerst ausgeblendet wurde. Lediglich Nahrungsmittel ließ ich anzeigen und bekam auch sofort ein Angebot für den nächsten Bangkok Hut und einen Cap‘n Beef. Die Thailänder warben mit Lunchmenüs bis 17:30 Uhr für gerade mal 7 Nuyen und Cap’n Beef hatte neben aztlanischen Chickenburgern, einzeln 3 Nuyen und im Menü gerade mal 5 Nuyen,  auch noch eine Gewinnspielaktion im Angebot. Oh Mann, die alte Sarah schien ja einen erlesenen Geschmack gehabt zu haben. Einen Cap’n Beef hatte ich zuletzt in meinem ersten Semester am College von Innen gesehen. Ich hatte beisher eher in gehobenerren Läden gegessen. Ich überlegte. Stella Mitchell, die im Bosco's einen italienischen Salat bestellte und dabei den Verkehr im Hamburger Hafen beobachtete, gab es nicht mehr. Es gab nur noch Sarah Baker, die sich von Fastfood ernährte und mit dem Kauf von Sportgeräten versuchte ihre Figur zu retten oder zumindest ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen.

Ich entschied mich für Chicken-Sate im Bangkok Hut. Noch 798 Nuyen. 



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Sonntag, 6. April 2014

Es ist nicht zu verstehen....

William Gibson und zahlreiche andere Autoren haben vor über drei Jahrzehnten das Genre des Cyberpunkt erfunden, vertieft und weiterentwickelt. Großartige Romane sind erschienen und auch die Spielemacher haben diese Form der Dystopie für sich entdeckt. Cyperpunkt 2.0.2.0 ist der absolute Beweis.

In Shadowrun wunde wurde das Genre noch zusätzlich um Magie erweitert, auch hierzu fanden sich schnell zahlreiche Romanschreiber und ein Rollenspiel wurde entwickelt was jetzt gerade in die fünte Auflage gegangen ist und somit wohl zu den erfolgreichsten Pan'n' Paper-Rollenspielen überhaupt zählt, neben "Dungons and Dragons" und "Das Schwarze Auge". Nur sehr wenige Roellnspielsystem haben es bis in eine fünfte Auflage gebracht.

Während das Cyperpunk zunehmend von der Realität eingeholt udn teilweise überholt wurde, insbesondere im Bereich der Telekommunikation und des Megakonzernwesens, hat sich Shadworun durch den Magieaspekt eine Niesche erschlossen die es letztlich zeitlos macht, solange die Regeln versuchen den aktuelen technsichen Stand der Gegenwart umzusetzen.

Wir haben es also mit einem zeitlosen und vor allem erfolgreichen Konzept zu tun und eine fiktiven Welt in die man sich deutlich besser eindenken kann als in die Völker von Mittelerde aus dem Herrn der Ringe weil uns die Cyberpunk welt nunmal deutlich näher liegt.

Erstaunlich ist bei alle dem, dass Hollywood das Genre bisher nahezu völlig ignoriert hat. Wirkliche Cyperpunk.Filem sidn aus meiner Sicht nur "Bladerunner", "Vernezt-Johnny Mnemonic", "Demolition Man" und dann hörts auch schon so langsam auf. Wobei es natürlich viele Filme gibt die einzelne Aspekte des Cyberpunk aufgreifen, aber eben jeweils nur einzelne Aspekte.

Beispiele sind "Strange Days", "Runningman", "Total Recall", "Robocop", "Batman", "Matrix" u.a.

Wann entdeckt der Ton- und Farbfilm endlich Shadowrun?! Wir hatten schon Filme wo es um die Matrix geht ("Matrix 1-3") und auch um Computerkriminalität ("Das Netz"). Es gab hunderte Filme in denen Wiederstandskämpfer gegen dunkle Machenschaften von Großkonzernen angehen ("Tankgirl", "Die Akte"). Milla Jovovich metzelte sich als genetisch aufgemotze Wunderwaffe durch zahlreiche Actionstreifen ("Resident Evil", "Das fünfte Element"). Keanu Reeves begeisterte als Kämpfer gegen dämonische magische Wesenheiten in "Constantine" und auch der umgang mit BTL-Chips wurde uns in "Strange-Days" schon erklärt. Halle Berry kämpfte als Zwischending zwischen Ki-Adeptin und Katzenschamanin gegen einen betrügerischen Großkonzern in "Catwomen" und unvergessen ist auch der Rachefeldzug von Brandon Lee alias "The Crow" gegen eine finste Gang in einer eben so finsteren Stadt. In "Sin-City" haben wir Huren mit Panzerfäusten gesehen, Ork-Marve der duch die Reihen von Polizisten pflügt und Elijah Wood als so eine Art Guhl erlebt.

Jams Bond, Jason Bourne und Ethan Hunt aben usn ja wohl genau gezeigt was ein Shadowrun ist und mit Zauberen und Drachen ist die Filmlandschaft ja wohl voll genug, oder? Was also hält Hollywood davon ab endlich mal einen gekonnten Shadowrunfilm zu produzieren? Vielleicht auch gelich eien ganze Filmreihe?

Das es garnicht so schwer ist, sehen wir an der folgenden kleinen Videosequenz...


Viel Spaß beim angucken. Und denkt dran: Gut zielen. Muni sparen und lasst Euch nicht mit Drachen ein!

Donnerstag, 3. April 2014

2036 Western Avenue, Seattle, WA

Diese Wohnungliegt in einem Gebäude welches über den Räumen der "Steinbueck Nativ Gallery" errichten wurde und neben einer Tiefgarage noch über eine Bowlingcenter im dritten Stock verfügt. 
Darüber kliedern sich zwi Türme mit jeweils zwölf Stockwerken, Pro Turm finden sich zwei große Wohnungen, zu etwa 100qm und zwei Kleinere von ca 64qm auf jeder Etage, somit hat das Gebäude 72 Mieter.

Insbesondere die großen Wohnungen können in Seattle Downtown, sicher zur Oberschicht gerechnet werden. Nicht viele Angestellte eines Konzerns können sich sowas leisten ohne auf der Karriereleiter schon eiengroßes Stück nach oben geglettert zu sein. Viele Angestellte von Renraku wohnen hier, allerdings wird über die Hälfte aller Wohnungen von selbstständigen Juristem Künstlern oder freien Unternehmern bewohnt.

Alle Wohnungen des Komplexes sind mit einer Fußbodenheizung ausgestattete und einer doppeltpolarisierenden Dreifachverglasung. Somit hat man auch zu den Stoßzeiten des Berfusverkehrs einen ruhigen Schlaf.

Das gebäude selbst gehört der "Lynden Boyd Buildings", einer unabhängigen Firma eines ehemaligen Rechnugsprüfers von Renraku. Das Gebäude selbst wird durch Angestellte der Schwarzen Sheriffs bewacht, wobei es sich meist um einen Wachmann und einen Concierge in der Eingangshalle handelt sowie einen zweiten Wachman an der Einfahrt zur seperaten Tiefgarage. Ein Decker kann über einen Standleitung jederzeit auf das Sicherheitssystem des Hauses zugreifen.

Für diesen Luxus muss man allerdngs auch samt Nebenkosten einiges hinblättern. Rund 12000 Nuyen kostet das Vergnügen den Mieter pro Monat. 

Mittwoch, 2. April 2014

Erste Notizen




Das hier ist das Resultat der ersten Versuche im Chat Shadowrun zu spielen. Für das Folgende Stückchen haben wir etwa 20 Minuten gebraucht. Ich habe es dann hinterher etwas aufgearbeitet ich finde es ist ganz stimmungsvoll geworden:


Der Regenn geht bereits seit dem Nachmittag auf Seattle nieder. Seine Wohnung von der aus er auf den Alaskan Way Viaduct sehen kannst liegt an der Westen Avenue im 30. Stock hoch über der Steinbueck Nativ Gallery. Kostet in eine Stange Geld so zu wohnen.
Es ist Herbst in Seattle die Temperatur beträgt unangenhme sechs Grad Celsius und eine straffer Wind weht von der Küste in die Bucht und drückt gegen die Fassaden der Wolkekratzer an der Seefront,  pfeift durch die Straßenschluchten und sogar der Verkehr mit Luftfahrzeugen wurde heute mit Warnstufe Alpha belegt.

„Wird Zeit für einen Drink.“ Murmelt der Mann mit trockener Kehle
Doch einen Blick in die Minibar lässt zur Gewissheit werden was er befürchtet hat. Die Haushälterin einen Orkin aus Lateinamerika hat heute ihren freien Tag. Dadurch ist nach den anderthalb Drinks von gestern Abend nichts mehr übrig.

Fluchend wirft er das leere Whiskeyglas ist auf den Boden. Der schwere Boden des Glases sinkt tonlos in den drei Zentimeter hohen teppichartigen Bodenbelag ein und rollt dann etwas nach rechts bis es vom Bein seines Esstisches mit einem leisen Geräusch aufgehalten wird. Barfuß schlendert Er zum Sofa und schaltet das Trideo ein. SNN, ein Sender der permanent Nachrichten bringt nur durchbrochen von kurzen fünfzehnminütigen Reportagen über geschichtliche Sachverhalte, meist über irgendwas militärisches. Eine blonde Nachrichtensprecherin verkündet in gestelzter Sprache und mit einem kecken Lächeln die heutigen Ereignisse: 

"Die Band "Chrome-Koran" hat heute überraschend alle Konzerte ihrer Asientournee abgesagt, Grund ist Gerüchten zufolge die Schwangerschaft der Bassistin Lacy Mooreland.-  An den UCAS Märkten herrschte heute großes Aufsehen als Marktneuling "Norton-Systems-Incorporated" erstmalig an den Märkte gehandelt wurde. Das neue Wertpapier verzeichnete am ersten Tag bereis Kurszuwächse von 23,2%..."
 
„Wo komme ich jetzt am schnellsten an Alkohol?“, fragt er mit rauer Stimme die Nachrichtensprecherin im Trideo. Entweder was liefern lassen. Oder den StufferShack unter dem Viaduct an der Lenoara Street? Die dritte Möglichkeit wäre, eine der zahlreichen Bars aufzusuchen in der Nähe gab es viele Hotels und jedes davon hatte mindestens eine Bar.

Er entscheidet sich vor die Tür zu gehen und geht rüber zu seinem Schrank um sich einen langen Mantel heraus zu suchen. Abermals flucht er leise über Ursula, die Haushälterin, die doch weiß, dass sie für ausreichend Nachschub sorgen soll. Er entscheidet sich für einen langen Lodenmantel der ein Wenig an das victorianische England erinnert, ein Zylinder wäre nicht unpassend dazu. Allerdings hat er nur einen Schlapphut ähnlich dem, den Walker der Texas Ranger trägt.

Er knöpft ihn zu, steckt noch ein faltbares Regencape ein steckt seine schwere Arespistole in den Halfter und begibt sich auf den menschenleeren Flur. Vor dem Lift muss er warten. Seine Hände zittern leicht. Er hat zu lange nichts mehr getrunken, Etwas mehr als vierundzwanzig Stunden. Mit einem leisen Gongton öffnen sich im Erdgeschoss die Fahrstuhltüren und er nickt dem Concierge zu, der ihm einen angenehmen Abend wünscht. 

Er braucht nicht lange zu laufen. Über ihm verkünden Werbedrohnenen ihre Slogans, die ganze Straße flackert durch die vielen Neonreklamen in allen Farben des Regenbogens. Schließlich biegt er zur Küste hin in den Lenora Street Way ein und sieht den gewaltiken Alaskan Viaduckt vor sich. Er geht vorbei an dem kleinen Tideokino und hällt auf das grüngelbflackernde Neonlogo des StufferShack zu. Wenn es hier nicht klappt kann er immernoch auf dem Rückweg die Hotelbars abklappern. Ja , einen schönen Abend würde er haben…

Botenstoffe



Tanner Parkman programmierte den Timer auf 20 Sekunden, dann setzte er sich in Position und drückte auf seinem AR-Pannel am Rande seines Blickfedes ein Icon an.  Die Tür zu seinem kleinen Büro öffnete sich und eine junge Frau betrat den Raum.  Obwohl sie recht schüchtern wirkte strahlte jede ihrer Bewegungen jede mimische Regung eine kaum zu überbietende Eleganz aus

Er hatte fast vergessen wie verführerisch diese Escortmäuse waren, er musste sich konzentrieren um diese Pure Schönheit und Anmut nicht mit offenem Mund anzustarren. Sie trat an seinen Tisch und fragte irgendetwas. Er atmete einmal tief ein als etwas von ihrem Parfum zu ihm herüber wehte, kaum merklich, sog er die Luft ein, sie sollte ihn nicht für schmierig halten aber er musste wissen wie dieser Engel duftete. Jetzt wo sie so nah stand und er sie hätte berühren können wenn er nur die Hand ausgestreckt hätte fiel ihm auf wie überwältigend ihre Figur war, schlank, graziel und doch rund an den richtigen Stellen, zu gerne würde er ihren Hintern sehen. Für diese Frau war das Wort „weiblich“ erfunden worden. So in etwa musste Aphrodite ausgesehen haben als sie dem Meer entstieg. Ihre Lippen bewegten sich. Volle glänzende Lippen, an denen alles perfekt war, schenkten ihm ein angedeutes Lächeln. Sie fragte irgendwas doch er war unfähig zuzuhören. Er ging um den Tisch herum, er musste sie berühren, musste mit den Fingerspitzen über ihr seidiges dunkelblondes Haar streichen. Er streckte die Hände aus um sie zu um armen. In der unteren Ecke seines AR-HUDs lief ein Timer ab. Winzige Filter wurden aktiviert und verschlossen seine Nasenmuschen. Wieso war das wichtig? Er streckte die Hand aus, lächelte. Er wollte sie an sich ziehen…doch, warum? Das gehörte sich nicht. Er war ihr Vorgesetzter, die Stufe auf der sozialen Leiter die er hatte würde sie nie erreichen.

Er blickte sie an. Er konnte sich erinnern dass er sie eben noch für das behrenswerteste Wesen der Welt gehalten hatte, doch jetzt? Jetzt stand vor ihm eine wunderschöne Elfe, doch dunkle Haare waren einfach nicht sei Typ. Er reichte ihr die Hand in einem förmlichen Händedruck. „Bitte nehmen Sie Platz, Miss Alvarez.“ Sagte er und deutete auf den freien Stuhl der mit echtem Wildleder bezogen war. „Danke“ antwortete die junge Frau und lies sich auf dem Möbel nieder wo sie damenhaft die Beine übereinander schlug.

Parkman umrundete den Tisch abermals, ließ sich in seinen Sessel fallen und wischte mit einem angedeuteten Fingerzeig ihre Personalakte in sein Sichtfeld. In der Realität sah sie deutlich besser aus als auf dem Trideo, aber das war auch ihre Aufgabe. Gut auszusehen und die Ohren offen halten mehr musste eine wie sie nicht machen.

„Miss Alvarez wie lange sind sie jetzt bei der Firma?“ eröffnete er das Gespräch.
„Sieben Monate, Mr. Parkman“ antworte Sie.
Er gönnte sich einen Augenblick die Aussicht aus dem Panoramafenster im 22. Stockwerk der Mærsk Incorporated Zweigstelle in Seattle. Da waren nicht mehr viele Stockwerke über ihm. Die Straßen unter ihnen glänzen in ihrem weiß orangenen Licht, leicht pulsierend, der Abglanz eines Werbehologramms tauchte von der Südseite der nahegelegenen Northern Empire-Arcologie tauchte das Büro abwechseln in einen dunkelroten, mal Blauen und dann wieder violetten Schein.

„Ist ihr Bioeimplantat stabil, wie ist die Reha verlaufen?“ fragte er. Eigentlich war es keine wirkliche Frage. Die Firma hatte dem Mädchen etwas Geld gegeben. Damit hatte sie sich in einem Firmeneigenen Bodyshop einen Satz neuer Duftdrüsen einpflanzen lassen. Der Rest war mit einer Gentherapie und irgendwelchen rekombinanten Vieren erledigt worden. Der Effekt war nun dass sie nicht mehr normal schwitzte oder normal duftete.

Ihre Duftstoffe, Pheromone waren so designt dass sie universall auf direkt jeden Rezeptor bedienten in dessen Nähe sie kamen. Sobald man in ihren Dunstkreis dieser Pheromone geriet sorgten sie über Blockade bestimmter Rezeptoren und gelichzeitiger Aktivierung anderer Rezeptoren für die Ausschüttung von großen Mengen körpereigener Endorphine. Man fühlte sich in Gegenwart dieser Frau einfach phantastisch, vorausgesetzt sie wollte es so. Sie hatte auch die Möglichkeit andere Pheromone auszustoßen die Angst oder Unsicherheit auslösten.

Die sogenannte Reha war eigentlich eine Training, beidem die Patienten lernten über Biofeedbackschleifen stets die richtigen Pheromone auszuschütte, die auch zu Situation und dem Ziel passen sollen.

„Ja, Mr. Parkman, alles ist wunderbar verheilt, das Implantat arbeitet ohne Probleme.“ Bestätigte sie. Ja, wie gut es arbeitete hatte er gemerkt als sie herein gekommen war. Er war immer wieder erstaunt. Er hatte nicht den Hauch eines Eigengeruches wahrgenommen. Erstaunlich, dass diese Pheromone trotzdem wirkten wie eine Instant-Gehirnwäsche.

„Sie verfügen über alle Komponenten? Primer und Releaser in der vollen Bandbreite?“, fragte er, obwohl er die Antwort schon kannte. Ihre Akte und die Daten des Bioimplantates schwebten in der erweiterten Realität neben ihrem Gesicht.

„Das ist richtig, Mr. Parkman. Ich wurde in der Benutzung aller Pheromonsparten ausgebildet. Sowohl im Primer als auch im Releaseraspekt.“
Er nickte: „Sehr gut. PETME, hat sie ihre Fähigkeiten als ausreichend für die Aufgabe eingestuft, die ich mit Ihnen besprechen will.“
PETME stand für Person-Task-Matching-Engin, nichts weiter als eien Datenbank, die Fähigkeiten, Ausbildungen und Leistungsnachweise aller Mitarbeiter sammelte und dann nach verschiedenen Such Algorithmen feststelle welcher für welche Aufgabe geeignet war und wer nicht.

Sie schenkte ihm einen Augenaufschlag der naiv und verrucht zugleich war, „Was für eine Aufgabe ist das Senor?“ fragte sie.
Ja sie war die richtige für den Job, ohne Frage. Auch ohne diesen maßgeschneiderten Pheromone war die Frau in der Lage jede Castingshow zu gewinnen. „Es  werden heute Geschäftspartner von uns in der Stadt eintreffen. Es handelt sich um Vertreter einer chinesischen Aktienholding, die ihr Geld in unseren Schiffen anlegen wollen. Wir erwarten eine Delegation von vier Leuten. Ich übertrage ihre Dossiers auf ihren Comlink.“ Ein Zwinkern mit den Augen und er wählte in seinem AR-HUD die Dateien aus und zog sie Per „drag-n-drop“ auf das Icon ihres Comlinks welches über ihr schwebte.

„Wie Sie sehen besteht die Delegation aus dem Delegationsleiter Lo Tanju, einem Unterhändler und Vermittler He Luan, der Protokollchefin und Rechtsberaterin Chung Nhat und dem Datenanalyst Chen Thien“.
Alejandra Alvarez blickte auf ihr Comlink und öffnete mit wenigen Bewegungen ihrer Finger die eingegangenen Dossiers. Der Reihe nach blickten sie vier vertrauensvoll in die Kamera lächelnde Asiaten an. Drei Männer und eine Frau.
„Ihr Ziel wird der Thien sein, der Analyst. Er ist der jüngste und unerfahrenste im Team, aber das bedeutet nicht dass es leicht wird. Unseren Unterlagen zu folge ist er nicht verheiratet, er will großes Geld verdienen um auf große Partys zu gehen, Sie entsprechen unserer psychologischen Analyse nach genau seinem Typ“. Parkman machte eine Pause und sah die Elfe an, er gab ihr einige Augenblicke Zeit das Dossier von Chen Thien aufzurufen und zu überfliegen. Als sie aufsah fuhr er fort.

„User Guide wird die Delegation um 17:30 Uhr am SeaTac abholen und in ihr Hotel bringen. Tanju hat darauf bestanden das Hotel selbst zu wählen, wir haben also wenig technische Überwachungsmöglichkeiten. Laut unseren Prognosen wird sich Thien nach dem Abendbrot noch ein paar Drinks gönnen wollen. Wenn er unseren Guide  um eine Empfehlung bittet werden wir ihn ins ‚Surface‘ bringen lassen. Das ist ein kleiner und recht stilvoller Club an der South Divisionstreet in Auburn. Unsere Auswertungen seiner letzten Reisen legen nahe, dass er dieser Empfehlung mit einer Wahrscheinlichkeit von fünfzig bis siebzig Prozent folgen wird.“

Die Elfe blickte von Thien‘s Daten die über ihr Comlink flimmerten auf: „Was genau ist meine Aufgabe, was soll ich mit Thien anstellen?“
Er nickte, diese Alverez kam ohne Vorspiel zu Sache: „Bringen Sie sich zu in Kontakt mit ihm. Gewinnen Sie sein Vertrauen und halten sie im Gespräch die Ohren offen. Uns interessieren besonders die Investitionslimits die Delegation hat und auf welchen Bonusleistungen sie Ihren Focus haben. Aber natürlich sind andere Informationenauch interessant. Weiß er was über neuere Entwicklungen, plant seine Firma auf dem UCAS Markt zu expandieren? Wenn ja, wie, womit und  mit welchen Partnern. Wenn sie können, ziehen sie bei ihm mit ein. Senden sie uns jeden Abend einen Bericht. Sollte sich die Möglichkeit ergeben wird OppCom ihnen Anweisung geben ihn auf bestimmte Ideen zu bringen. Die Verhandlungen sind auf etwa eine Woche angelegt.“